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Marokko wird für deutsches Dienstleistungs-Offshoring interessant

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Marokko positioniert sich als Zentrum für den Export digitaler Dienstleistungen im Mittelmeerraum. Die ersten deutschen Firmen partizipieren bereits.

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Von Ullrich Umann | GTAI

 

Ende Januar 2026 stellte die Regierung in Rabat ihre strategische Vision für den Offshoring-Sektor vor. Die Strategie zielt darauf ab, die Einnahmen der Branche bis zum Jahr 2030 auf nahezu 40 Milliarden Dirham (circa 3,7 Milliarden Euro) zu verdoppeln und zusätzliche 270.000 Arbeitsplätze zu schaffen.

 

Der Sektor ist heute schon ein wichtiger Wirtschaftsbereich und beschäftigt rund 150.000 Festangestellte. Der Wert der Dienstleistungsexporte, die bislang vorrangig in das französischsprachige Europa gehen, erreichte 2025 rund 27 Milliarden Dirham (circa 2,5 Milliarden Euro).

 

Der Dienstleistungsexport vollzieht aktuell einen strukturellen Wandel: Die bislang dominierenden Callcenter-Aktivitäten verlieren an Bedeutung, unter anderem wegen gesetzlicher Einschränkungen auf dem wichtigsten Exportmarkt Frankreich. Tätigkeiten im Bereich technologisch anspruchsvoller Digitaltechnik rücken dagegen in den Vordergrund. Um den Bedarf an qualifizierten Fachkräften für diesen Strukturwandel zu decken, beschleunigt der marokkanische Staat entsprechende Ausbildungsprogramme und baut Forschungs- und Innovationsinstitute wie JAZARI aus.

 

Potenziale für das deutsche Engineering und die IT-Branche

Für die deutsche Wirtschaft eröffnet diese strategische Neuausrichtung Möglichkeiten, dem Fachkräftemangel in Deutschland entgegenzuwirken und Lieferketten im Dienstleistungsbereich zu diversifizieren. Deutsche Unternehmen, die traditionell in der Automobilzulieferung oder im Maschinenbau in Marokko aktiv sind, erweitern ihre Engagements auf Forschungs- und Entwicklungszentren.  

 

Mit dem steigenden Softwareanteil in modernen Fahrzeugen verlagern Zulieferer und Hersteller Entwicklungsaufgaben, Softwaretests und Validierungsprozesse in marokkanische Technologieparks. Gleichzeitig nutzen deutsche IT-Dienstleister das Land als Nearshoring-Standort, um agile Entwicklungsteams aufzubauen. Die geografische Nähe, die gleiche Zeitzone und die zunehmende Verfügbarkeit von Fachkräften mit Fremdsprachenkenntnissen erleichtern die Integration in Arbeitsprozesse in Deutschland und in Drittländern.

 

Ausführliche Informationen zu Fachkräften, Lohnkosten und Arbeitsrecht in Marokko bietet die GTAI-Publikation zum Arbeitsmarkt.

 

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