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Marokko trägt zur Stabilisierung der weltweiten Düngemittelversorgung bei

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Der Nahostkrieg führt auf dem Weltmarkt für Düngemittel zu erheblichen Verwerfungen. Als einer der wichtigsten Anbieter phosphatbasierter Düngemittel gewinnt Marokko an Bedeutung.

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Von Ullrich Umann | GTAI

 

Der Krieg in der Golfregion und die damit verbundene Sperrung der Straße von Hormus beeinträchtigen nicht allein den Weltmarkt für Öl und Gas, sondern auch die Versorgung mit Vorprodukten zur Düngemittelherstellung. Insbesondere Stickstoff und Ammoniak stammen aus dieser Region. Das wirkt sich auch auf die Versorgung des deutschen Marktes mit Kunstdünger aus. Zudem zwingt es die weltweit führenden Agrarchemiekonzerne zu einer Umstrukturierung, um den Einsatz von Ammoniak und Stickstoff zu verringern. Diese Umstrukturierung ruft wiederum einen Neubedarf nach Chemieanlagen auf den Plan, was dem deutschen Maschinen- und Anlagenbau Aufträge sichern kann, darunter in Marokko.

 

Auswirkungen der globalen Engpässe auf Marokkos Düngemittelsektor

Marokkos Düngemittelindustrie ist von den Lieferengpässen bei Stickstoff und Ammoniak in besonderer Weise betroffen, obgleich das Land über den Rohstoff Phosphat in großen Mengen verfügt. Medien berichten in diesem Zusammenhang von steigenden Beschaffungskosten und angespannten Lieferketten, wobei insbesondere der sprunghafte Anstieg des Stickstoff- und Ammoniakpreises nach Ausbruch der Krise hervorgehoben wird. Der staatliche Düngemittelkonzern OCP ist bislang bei Ammoniak sogar vollumfänglich importabhängig und reagiert auf die aktuellen Lieferengpässe bei Vorprodukten mit einer Neuausrichtung seines Produktportfolios.

 

Dank einer langfristigen Lagerhaltung bei Ammoniak kann OCP seine Lieferverpflichtungen bis einschließlich Juni erfüllen, darunter in Richtung Lateinamerika, wo der Großkunde Brasilien auf Düngerimporte angewiesen ist. Allein im März 2026 wurden 90.000 Tonnen Monoammoniumphosphat (MAP) und Triple Superphosphate (TSP) nach Lateinamerika verschifft, jedoch zu deutlich höheren Preisen. Mit Marokkos Nachbarstaaten in Subsahara-Afrika hält OCP allein schon aus außenpolitischen Gründen seine Lieferverpflichtungen ein, zumal diese Liefergeschäfte über bilaterale Abkommen und staatlich gestützte Programme, aber auch als Sachspenden realisiert werden. 

 

Dennoch warnen die Afrikanische Entwicklungsbank (AfDB) und die FAO bereits, dass ein um 10 Prozent geringeres Düngemittelangebot in Afrika die Erträge auf dem Kontinent um bis zu 25 Prozent senken kann, was regional zu Hungersnöten führen dürfte. In Asien bleibt vor allem Indien ein Schlüsselkunde von OCP, aber auch Pakistan. Indien hat sich zum Beispiel für 2025/26 langfristige Lieferkontingente aus Marokko gesichert.

 

Während Lieferketten in anderen Exportregionen unter den Folgen des Kriegs und der Sperrung der Straße von Hormus leiden, kann Marokko also seine Exporte phosphatischer Düngemittel weiterhin planbar bedienen. Die Kombination aus eigener Phosphatreserve, Lagerhaltung bei Vorprodukten und angepasstem Produktportfolio macht Marokko in der aktuellen Marktlage zu einem der stabilsten Anbieter weltweit.

 

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