Ullrich Umann
Korrespondent von der GTAI Germany Trade and Invest (GTAI)
+212 522 42 94 25 ullrich.umann@gtai.deMarokkos Wirtschaftsentwicklung wird 2026 durch hohe öffentliche und öffentlich flankierte Investitionen geprägt. Die Vorbereitungen auf die Fußball-WM 2030 halten den Ausbau von Verkehrs-, Tourismus- und Stadtinfrastruktur auf hohem Niveau. Der Staat setzt damit seine wachstumsstützende Investitionspolitik fort und bewirbt diesen Kurs erfolgreich auf dem internationalen Kapitalmarkt. Auch internationale Institutionen und marokkanische Medien verweisen auf die Tragfähigkeit dieses investitionsgetriebenen Wachstumspfads, vorausgesetzt, die makroökonomische Stabilität kann angesichts der weltwirtschaftlichen Verwerfungen gewahrt bleiben.
Für deutsche Unternehmen können 2026 vor allem staatlich oder staatsnah angestoßene Projekte interessant sein. Das gilt für Infrastruktur, Bahntechnik, Flughafenausbau, Logistik, Wasserwirtschaft, Energie, Gesundheitswesen, Bildung und Industrieausrüstungen. Die fortgesetzte Investitionsoffensive, die Industriepolitik und die Energie- und Wasserprogramme schaffen Nachfrage nach Maschinen, Komponenten, Engineering, Bau, Wartung und technischen Dienstleistungen.
Der Krieg in Iran erhöhte die Energie- und Transportkosten und verstärkte die Volatilität bei Wechselkursen und Finanzierungsbedingungen. Für deutsche Exporteure und Investoren ist es daher wichtig, Finanzierungsmodelle, Lokalisierungsoptionen und belastbare Servicekonzepte anzubieten. Chancen bestehen besonders dort, wo deutsche Lösungen zur Senkung von Energieverbrauch, Wasserstress, Betriebskosten und Importabhängigkeit beitragen.
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