Ullrich Umann
Korrespondent von der GTAI Germany Trade and Invest (GTAI)
+212 522 42 94 25 ullrich.umann@gtai.deVon Ullrich Umann | GTAI
Marokko will nach Informationen der staatlichen Agentur für erneuerbare Energie MASEN im Jahr 2029 mit dem Bau seines ersten Offshore-Windparks beginnen. Nach der Fertigstellung soll der Windpark eine Leistung von 1 Gigawatt haben. Er entsteht vor der Küste von Essaouira.
MASEN (Agence Marocaine de Développement Énergie Durable) dient auch deutschen Unternehmen als zentrale Anlaufstelle in Marokko. Die Agentur ist primär für die Umsetzung von Bauplänen zur Erzeugung grüner Energie verantwortlich.
MASEN arbeitet eng mit dem Ministerium für Energietransition und nachhaltige Entwicklung MTEDD (Ministère de la Transition Énergétique et du Développement Durable) zusammen. Speziell für das geplante Offshore-Vorhaben behält sich das Ministerium sowohl die politische Steuerung als auch die Programmleitung vor. Der staatliche Strom- und Wasserkonzern ONEE (Office National de l'Électricité et de l'Eau Potable) wird wiederum das Offshore-Windfeld an das nationale Verteilernetz anschließen.
Interessierte deutsche Firmen sollten je nach ihrem technischen Schwerpunkt verschiedene marokkanische Behörden und Unternehmen kontaktieren. Erster Anlaufpunkt sollte aber in jedem Fall MASEN sein. ONEE fungiert wiederum als Systemmanager, der für die Netzintegration der Offshore-Windgenerierung in das nationale Übertragungssystem verantwortlich ist. Vorgesehen sind unter anderem Hochspannungs-Unterwasserkabel (66 Kilovolt Inter-Array-Kabel) sowie Onshore-Umwandlungsstationen.
Auch sollten deutsche Unternehmen zur Projektvorbereitung Kontakt mit der AHK Marokko aufnehmen, um eine Markteintrittsberatung und B2B-Vernetzung in Anspruch nehmen zu können. Parallel sollten EIB-Ausschreibungen für technische Assistance und Consulting-Dienstleistungen verfolgt werden, die unter anderem auf der GTAI-Internetseite veröffentlicht werden. Zusätzlich empfiehlt sich eine Beteiligung an der Fachveranstaltung Morocco Energy & Sustainability Week (04.07. bis 08.07.2027 in Marrakesch). Diese Veranstaltung gilt als wichtigste regionale Energiekonferenz mit direktem Zugang zu marokkanischen Entscheidungsträgern.
Die ersten Hersteller bringen sich auch schon für die zu erwartenden Ausschreibungen in Position. Darunter befindet sich Siemens Gamesa mit den Fabriken für Rotorblätter und Gondeln in Le Havre. Gondeln könnte der deutsche Konzern wahlweise auch aus Cuxhaven liefern. Der Bau der Fundamente käme für die deutschen Werften Meyer Werft und Lürssen in Frage. GE Renewable Energy fertigt ebenfalls Rotorblätter an, und zwar im französischen Cherbourg sowie Gondeln und Generatoren in Saint-Nazaire. Britische Firmen wiederum verfügen über Spezialschiffe zur Kabelverlegung.
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