Ullrich Umann
Korrespondent von der GTAI Germany Trade and Invest (GTAI)
+212 522 42 94 25 ullrich.umann@gtai.deVon Ullrich Umann | GTAI
Mit dem Ausbau der Ladeinfrastruktur können Lieferchancen bei Nieder- und Mittelspannungskomponenten, Transformatoren, Ladesteuerungen und Technik für die Netzintegration entstehen. Hinzu kommen Abrechnungs- und Lastmanagementsysteme, die sich über offene Schnittstellen mit lokalen Plattformen verbinden lassen.
Einen möglichen lokalen Anknüpfungspunkt bietet Watt.ma, ein von WATTSC SARL entwickeltes Ladepunktmanagementsystem auf Basis des offenen Kommunikationsprotokolls OCPP 1.6J. Die Plattform unterstützt nach Unternehmensangaben die Überwachung, Tarifierung und Abrechnung von Ladevorgängen sowie die Einbindung von Ladegeräten verschiedener OCPP-kompatibler Hersteller.
Der technische und regulatorische Rahmen entwickelt sich weiter. Offene Punkte bestehen unter anderem bei der Anwendung einheitlicher technischer Standards, der Abrechnung öffentlich zugänglicher Ladevorgänge und der Behandlung von Niederspannungsanlagen. Bei Netzanschluss und Eigenproduktion sind dagegen bereits allgemeine Verfahren und Zuständigkeiten geregelt.
Deutsche Fahrzeugmarken sind über Importeure und Händler in Marokko vertreten. Öffentlich angekündigte Investitionen deutscher Fahrzeughersteller in ein eigenes landesweites Ladenetz waren zum Redaktionsschluss jedoch nicht festzustellen. Einzelne Ladeangebote von Händlern oder Markenpartnern sind damit nicht ausgeschlossen.
Chinesische Hersteller profitieren von hohen Stückzahlen und einem großen Heimatmarkt. Ende Dezember 2025 waren in China nach Angaben der nationalen Überwachungsplattform für Ladeinfrastruktur knapp 20,1 Millionen öffentliche und private Ladepunkte in Betrieb. Ob daraus ein maßgeblicher Einfluss auf die künftig in Marokko verwendeten Normen und Schnittstellen entsteht, ist bislang offen.
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