Deutsch-Marokkanische Energiepartnerschaft

Dr. Philipp Rösler, Bundesminister für Wirtschaft und Technologie (links), mit Fouad Douiri, marokkanischer Minister für Energie, Bergbau, Wasser und Umwelt. © BMWi

"Die Bedingungen für Wind- und Solarenergie sind in Marokko besonders günstig. Mit der einzigen existierenden Stromleitungsverbindung nach Europa und seinen ambitionierten Zielen beim Ausbau Erneuerbarer Energien ist Marokko ein idealer Partner für Deutschland und empfiehlt sich auch für den Start von Desertec-Projekten. Marokko kann dabei von der großen Erfahrung deutscher Technologieunternehmen, insbesondere im Bereich Erneuerbarer Energien, profitieren. Die Energiepartnerschaft bringt beträchtliche Vorteile für die Energieversorgungssicherheit beider Länder", so Bundesminister Rösler bei der Unterzeichnung des gemeinsamen Abkommens. 

Mit einer hochrangigen Auftaktveranstaltung in Rabat hat die Bundesregierung vergangenes Jahr die Deutsch-Marokkanische Energiepartnerschaft offiziell eröffnet. Unter Leitung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) und des marokkanischen Energieministeriums wurden die Eckpunkte der Partnerschaft sowie erste Kooperationsprojekte vereinbart.

Deutschland und Marokko haben exzellente Beziehungen. Wir wollen sie politisch, vor allem aber auch wirtschaftlich ausbauen", sagte auch schon Außenminister Guido Westerwelle bei seinem Besuch im Jahr 2010 in Rabat.

Bilaterale Arbeitsgruppen setzen die Partnerschaft um

Die Zusammenarbeit Deutschlands und Marokkos im Energiebereich wurde bereits am 3. Juli 2012 in Berlin mit der Unterzeichnung einer gemeinsamen Absichtserklärung durch den damaligen Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Dr. Philipp Rösler, und den marokkanischen Minister für Energie, Bergbau, Wasser und Umwelt, Fouad Douiri, begründet. Die Energiepartnerschaft soll durch bilaterale Arbeitsgruppen auf Regierungsebene unter Einbindung der Wirtschaft umgesetzt werden und dient unter anderem zur politischen Flankierung des Desertec-Vorhabens in Marokko. Daneben sind der Ausbau der Stromnetze, Energieeffizienz und Energieforschung Gegenstand der Kooperation.

Regierung und Industrie nehmen an den thematischen Arbeitsgruppen teil

Die Energiepartnerschaft wird durch ein hochrangiges Steuerungsgremium geleitet. Die konkrete Zusammenarbeit erfolgt in thematischen Arbeitsgruppen, an denen Regierungs- und Industrievertreter beider Seiten teilnehmen. Bisher deckt Marokko seinen Energiebedarf fast ausschließlich durch Importe fossiler Brennstoffe. Hingegen machen Erneuerbare Energien trotz guter Potenziale gegenwärtig nur einen Anteil von gut 5 Prozent des Primärenergiebedarfs aus. Um den rasant steigenden Energiebedarf zu decken, sollen bis 2020 jedoch 42 Prozent der installierten Produktionskapazität aus Sonnen-, Wasser- und Windkraft bestehen. Damit gilt Marokko als Pionier für Erneuerbare Energien in Nordafrika.

Energiepartnerschaft als Meilenstein für Desertec

Die deutsch-marokkanische Energiepartnerschaft ist auch ein wichtiger Meilenstein für die Desertec-Initiative. Deutschland und Marokko tragen dazu bei, dass ein Markt für Strom aus erneuerbaren Energien entsteht und sie legen dabei den Grundstein für eine das Mittelmeer überspannende Stromversorgung.

Dii bereitet in Marokko, Algerien und Tunesien Referenzprojekte in einer Größenordnung von 2,5 Gigawatt vor. Davon entfallen aktuell 500 Megawatt (MW) auf Marokko. Die Hälfte dieses Vorhabens ist bereits mit 150 MW Solarthermie und 100 MW Photovoltaik und Wind genauer definiert. 2014 soll in diesen Anlagen der erste Strom erzeugt werden.Die gemeinsame Absichtserklärung steht hier zum Download bereit.