Wirtschaftsstruktur und -chancen - Marokko

11.02.15 AHK Marokko - News-Hauptkategorie, Global News, Global AHK News, Global DEint News

Wirtschaftspolitisch setzt Marokko auf die Einbindung in die Weltwirtschaft mittels Exportförderung, der Akquise ausländischer Investitionen, der Entwicklung unternehmensfreundlicher Rahmenbedingungen und des Technologieimports.

Der Ausbau der Infrastruktur nimmt dabei eine zentrale Rolle ein. Bei der Modernisierung der Industrie und Infrastruktur sind Beteiligungschancen gegeben. Die fehlende Verflechtung zwischen der exportorientierten und der heimischen Industrie schränkt die Dynamik ein.

Marokko hat eine Reihe von Freihandelsabkommen, die rund 1 Mrd. Konsumenten umfassen, abgeschlossen. Es gibt beispielsweise ein Abkommen mit den EFTA-Ländern (2000), eines mit den USA (2006) und das Agadir-Abkommen (2004) mit Jordanien und Tunesien. Eine privilegierte Partnerschaft mit der EU ist seit März 2012 in Kraft. Seit 2013 laufen Verhandlungen zu einer Vertiefung der Wirtschaftsintegration in die EU. 2009 bis 2013 hat Marokko knapp 50% seiner Waren aus der EU bezogen und rund 60% seiner Waren dorthin ausgeführt. Die Einfuhren aus den nordafrikanischen Ländern Algerien, Tunesien, Mauretanien und Libyen bestimmten nur 3% der gesamten Importe, während bei den Maghreb-Ländern der Anteil der Ausfuhren bei 2% lag.

Im Warenverkehr weist das Königreich ein hohes Defizit auf. Die Deckung der Einfuhren durch die Exporte beträgt rund 48% (2008 bis 2012). Die wichtigsten Faktoren für das Defizit sind die hohen Importe von Energie und Ausrüstungsgütern, die 2013 circa 5/7 des Defizits bestimmten. Mit einem chronisch defizitären Außenhandel nimmt der Tourismus eine wichtige Funktion für die Leistungsbilanz Marokkos ein. So haben 2009 bis 2013 die Deviseneinkünfte aus dem Tourismus rund einem Drittel des Warenbilanzdefizits entsprochen. Eine ähnlich wichtige Funktion für die Leistungsbilanz wie der Tourismus nehmen die Überweisungen, aber auch Besuche der rund 4 Mio. im Ausland lebenden Marokkaner ein. Diese entsprechen mit Schwankungen rund 8% des BIP.

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Quelle: GTaI