Nationale Fördersysteme für erneuerbare Energien im EU-Vergleich

04.02.15 AHK Marokko - News-Hauptkategorie, Global News, Global AHK News, Global DEint News

Der Rat der europäischen Regulierer (CEER) hat in einer aktuellen Abfrage unter den EU-Mitgliedstaaten ermittelt, welche nationalen Fördersysteme für erneuerbare Energien existieren.

Die Ergebnisse sollen eine bessere Vergleichbarkeit unterschiedlicher Fördermaßnahmen hinsichtlich Mechanismus, Förderhöhe sowie der jeweils förderfähigen Technologie ermöglichen. 

Ermittelt wurden demzufolge die EE-Strommengen, die in den Jahren 2012 und 2013 mit staatlichen Förderungen bedacht wurden sowie die Kosten der einzelnen nationalen Fördersysteme. Dabei wurden auch indirekte Fördermaßnahmen berücksichtigt, wie z. B. Regelungen zum Einspeisevorrang erneuerbarer Energien, zu Netzanschlusskosten oder Netznutzungsgebühren. Im Vergleich zu dem CEER-Vorgängerbericht aus dem Jahr 2013 beschäftigt sich der aktuelle Bericht auch mit Fragen rund um die Vermarktungsmöglichkeiten erneuerbarer Energien und Regelungen zum Eigenverbrauch. Darüber hinaus wird in weniger detailliertem Maße die nationale Förderung in den Bereichen Energieeffizienz und Wärme/Kälte beleuchtet.

Grundsätzlich gilt: Länder mit einem hohen EE-Anteil am Erzeugungsmix haben i. d. R. höhere Förderkosten pro erzeugter MWh Strom. Deutschland förderte erneuerbare Energien EU-weit am stärksten: Rund 122 TWh sind im Jahr 2013 mit Fördergeldern bedacht worden. Im Jahr 2012 hat die EE-Förderung Deutschland CEER zufolge 16,29 Mrd. Euro gekostet.

Der EE-Förderanteil an der Bruttostromerzeugung variiert teils erheblich zwischen den Mitgliedstaaten und liegt in Norwegen bei 0,1 % und in Dänemark bei 55,9 %. Deutschland kommt auf 18,2 %, während der EU-Durchschnitt im Jahr 2012 bei 12,6 % lag.

Hinsichtlich der Kosten für eine MWh geförderten Strom bestehen ebenfalls große Unterschiede zwischen den einzelnen EE-Technologien und Ländern. Im Jahr 2013 variierte die gewichtete durchschnittliche Förderung von 10,56 Euro pro MWh in Estland bis zu 194,51 Euro/MWh in Tschechien. Daraus ergeben sich für das gewichtete Förderniveau über alle EE-Technologien hinweg durchschnittliche Kosten in Höhe von 110,56 Euro/MWh. In Deutschland betrugen die Kosten 144,15 Euro/MWh, wobei eine MWh aus Photovoltaik am teuersten (291,24 Euro) war. Windenergie offshore schlug dagegen mit 65,63 Euro und onshore-Windenergie mit 135,50 Euro/MWh zu Buche. 

Zu den geläufigsten nationalen Fördermechanismen gehören sowohl preisbasierte Mechanismen wie Einspeisevergütungen, Marktprämien, Investitionszuschüsse und Steuervergünstigungen als auch mengenbasierte Systeme wie Ausschreibungsmodelle (bezogen auf die installierte Leistung oder die erzeugte Energie) und Quoten in Verbindung mit handelbaren Zertifikaten. Mitunter kommt im selben Mitgliedstaat eine Kombination verschiedener Mechanismen zum Einsatz.

EE-Strom wird in den meisten Ländern wie konventioneller Strom vermarktet. EE-Anlagen haben überwiegend dieselben Bilanzkreisverpflichtungen wie konventionelle Anlagen, werden jedoch beim Netzzugang und Dispatching bevorzugt.  

Die Förderung von Energieeffizienz sowie Förderungen im Wärmemarkt werden größtenteils durch allgemeine Steuern finanziert.

Der CEER-Statusbericht (engl.) ist unter folgendem Link abrufbar.

Quelle: DIHK / (Va)