Marokko fürchtet um EU-Freihandelsabkommen

07.09.11 AHK Marokko - News-Hauptkategorie, Global News, Global AHK News, Global DEint News

Marokkos Landwirte fürchten um das mit der Europäischen Union ausgehandelte Freihandelsabkommen für Agrarprodukte. In einem Gespräch mit Abgeordneten des Europäischen Parlaments haben Vertreter der marokkanischen Land- und Ernährungswirtschaft darum kürzlich für die Billigung des Abkommens durch das EU-Parlament geworben, so der Info-Dienst Agra Europe.

Der Präsident der marokkanischen Exportvereinigung (ASMEX), Younes Zrikem, habe gegenüber den Abgeordneten betont, dass die Erzeuger große Anstrengungen unternähmen, damit alle Lieferungen in die EU den strengen europäischen Standards zum Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz entsprächen. Weiter heißt es, dass Fouad Benabdejalil als Vertreter der marokkanischen Abpacker von Obst und Gemüse versichert hat, die im Verhältnis zum europäischen Marktvolumen kleinen Einfuhren aus dem nordafrikanischen Königreich den EU-Binnenmarkt nicht destabilisieren könnten. Die Regierung in Marokko ist besorgt, dass die Neufassung des Agrarhandelsabkommens vom Europäischen Parlament abgelehnt werden könnte. Die EU-Kommission und der Ministerrat hatten den Vertrag im Dezember 2010 nach vierjährigen Verhandlungen unterzeichnet. Allerdings steht die Zustimmung des EU-Parlaments noch aus. Dessen Landwirtschaftsausschuss hatte Anfang Juli die Ablehnung gefordert, um etwaige Störungen des europäischen Obst- und Gemüsemarktes zu vermeiden. Der federführende Ausschuss für internationalen Handel wird voraussichtlich am 22. September 2011 über seine Stellungnahme beraten. Berichterstatter ist José Bové von den französischen Grünen. Auch Bové äußerte sich bisher ablehnend zu einer weiteren Liberalisierung des Agrarhandels mit Marokko.

Quelle: Fruchthandel Magazin