Fangstopp: Ramadan für deutsche Krabbenfischer

22.08.11 AHK Marokko - News-Hauptkategorie

Die deutschen Krabbenfischer müssen eine Woche Zwangspause machen, weil während des islamischen Fastenmonats Ramadan in Marokko zeitweise keine Krabben gepult werden. Für die ohnehin schwer gebeutelten Fischer kein Grund zur Freude: Der Fangstopp in der Nordsee drückt den Preis für die Meeresfrüchte und bedroht ihre Existenzen.

Die deutschen Kutter müssen in den Häfen bleiben, weil die marokkanischen Krabbenpuler während des Fests zum Ende des islamischen Fastenmonats nicht arbeiten. Das habe die holländische Firma Heiploeg mitgeteilt, die rund drei Viertel des Fangs der deutschen Krabbenfischer abnimmt, sagte Andre Hamann, der Vorsitzende der Sparte Krabbenfischerei im Landesfischereiverband Schleswig-Holstein.
Der Hintergrund der Zwangspause: Die Krabben werden nach dem Fang tiefgefroren, per Lkw nach Marokko transportiert, dort aufgetaut und geschält und wieder tiefgefroren und zu den Abnehmern gebracht. Die unfreiwillige Pause hat wirtschaftliche Folgen für die Fischer: Der Preis für die Krabben ist dem Verband zufolge wieder auf 2,50 Euro je Kilo gefallen, obgleich sie ihre wöchentlichen Fangmengen bereits reduziert hatten.
Die Krabbenfischer brauchen nach eigener Einschätzung mindestens drei Euro je Kilo, um ihre Kosten zu decken. Im Frühjahr hatten sie vier Wochen gestreikt, nachdem die niederländischen Großhändler den Preis für ein Kilo auf 1,29 Euro drücken wollten. "Der Existenzkampf geht weiter", erklärte Hamann.

Quelle: T-Online