EU-Erbrechtsverordnung - Erhebliche Änderungen ab dem 17.08.2015 für deutsche Staatsangehörige mit Wohnsitz im Ausland

15.04.15 AHK Marokko - News-Hauptkategorie, Global News, Global AHK News, Global DEint News

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Ab dem 17. August 2015 wird die Europäische Erbrechtsverordnung (Verordnung EU Nr. 650/2012, EU-ErbVO) gelten. Diese neue EU-Verordnung regelt, welches Erbrecht auf einen internationalen Erbfall anzuwenden ist.

Gerichte und andere Organe der Rechtspflege in den Staaten der EU (außer im Vereinigten Königreich, Irland und Dänemark) - also auch in Deutschland - werden dann nach der EU-Erbrechtsverordnung beurteilen, welches nationale Recht zur Anwendung kommt, wenn ein Erbfall einen Auslandsbezug hat.

Bisher unterliegt nach deutschem Recht (Art 25 EGBGB) die „Rechtsnachfolge von Todes wegen“ dem Recht des Staates, dem der Erblasser zum Zeitpunkt seines Todes angehörte. War der Erblasser Deutscher, galt also deutsches Erbrecht. Dies ändert sich durch die EU-Erbrechtsverordnung.

Ab dem 17. August 2015 unterliegt die gesamte Rechtsnachfolge von Todes wegen dem Recht des Staates, in dem der Erblasser zum Zeitpunkt seines Todes seinen letzten gewöhnlichen Aufenthalt hatte (Art. 21 EU-ErbVO). Dies ist zum Beispiel bei einem Deutschen, der seinen gewöhnlichen Aufenthalt in Marokko hat, marokkanisches Erbrecht.

Rechtswahl

Wer seinen gewöhnlichen Aufenthalt im Ausland hat, aber dennoch will, dass sich im Fall seines Todes das Erbrecht des Landes anwendbar ist, dessen Staatsangehörigkeit er besitzt - wer also beispielweise als Deutscher, der in Marokko lebt, will, dass auf seinen Erbfall deutsches Erbrecht anwendbar sein soll und nicht marokkanisches - der muss künftig eine entsprechende Rechtswahl treffen.

Weitere Informationen zu den Auswirkungen der EU-Erbrechtsverordnung als auch die ggf. zu unternehmenden Schritte werden in Kürze auf der Internetseite der Deutschen Botschaft veröffentlicht.