Driftmann: Aufschwung 2011 auf verbreiterter Basis

14.01.11 Global News, Global AHK News, Global DEint News, Wirtschaft

Mit einer leicht abgeschwächten Fortsetzung des konjunkturellen Schwungs auch in 2011 rechnet Hans Heinrich Driftmann, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK).

Der Aufschwung, so Driftmann in einem Interview mit der "Nordwest-Zeitung", verlöre zwar etwas an Tempo, verbreitere sich jedoch dafür zunehmend von der Exportwirtschaft auf die Binnenwirtschaft. Die gute Arbeitsmarktentwicklung befördere den Privatkonsum weiter.

Auch mittelfristig seien die Perspektiven durch die klugen Investitions- und Innovationsstrategien der deutschen Unternehmen gut. Ein wichtiger Schlüssel zum robusten Wachstum seien die umfangreichen Auslandsinvestitionen. "Die Unternehmen haben sich frühzeitig mit Vertriebs-, Service- und Produktionsstandorten weltweit jene Märkte erschlossen, die sich jetzt besonders dynamisch entwickeln", so Driftmann. Auch hätten die Betriebe ihre Innovationsfähigkeit gesteigert, indem sie selbst während der Krise ihre Forschungsaufwendungen kräftig erhöht hätten.

Notwendig gerade für den deutschen Mittelstand sei jedoch ein weiterer Abbau der Bürokratielasten. Zwar würden bis Ende 2011 die Unternehmen etwa durch Änderungen bei den Buchführungs- und Bilanzierungsgrenzen oder der Gleichstellung der elektronischen Rechnung mit der Papierform spürbar entlastet werden. Die Wirtschaft habe jedoch immer noch rund 37 Milliarden Euro pro Jahr an Bürokratiekosten zu schultern.

Zudem erwarteten die Unternehmen einen klaren Reformkurs der Bundesregierung: So sei beispielsweise das Steuersystem viel zu kompliziert. DIHK-Präsident Driftmann: "Wir brauchen Vereinfachungen und strukturelle Verbesserungen bei der Unternehmensbesteuerung, der Gewerbesteuer, der Umsatzsteuer und in der Einkommensteuer - Stichwort Mittelstandsbauch."

Weiterhin dürfe der Konsolidierungspfad auf der Ausgabenseite nicht verlassen werden: Die Krise einiger Euro-Staaten habe die Relevanz solider Staatsfinanzen drastisch vor Augen geführt. "Künftig", so Driftmann, "müssen die Sanktionsmechanismen eines geschärften Stabilitätspakts daher rechtzeitig und fühlbar greifen."

Quelle: "Nordwest-Zeitung" vom 12. Januar 2011