Die Parlamentarische Staats­sekretärin beim Bundes­minister für wirt­schaft­liche Zu­sammen­arbeit und Ent­wick­lung, Gudrun Kopp, be­sucht vom 21. bis 25. Juni Marokko

22.06.11 AHK Marokko - News-Hauptkategorie, Global AHK News, Global DEint News

"Der ‚arabische Frühling’ hat die ganze Region erfasst. Auch die Menschen in Marokko setzen sich couragiert für mehr Demokratie, mehr Rechts­staat­lichkeit und eine größere Be­teil­igung der Zivil­ge­sell­schaft ein. Ich möchte die marokkanische Re­gie­rung zu weiteren politischen und wirt­schaft­lichen Re­formen er­mutigen", sagte Kopp vor ihrer Reise, während der sie Ge­spräche mit hoch­rangigen Re­gierungs­ver­tretern aus dem marokkanischen Außen-, Finanz- und Energie­ministerium führen wird.

Ein wichtiges Anliegen ist Gudrun Kopp im Zu­sammen­hang mit dem demokratischen Aufbruch des Landes auch die Arbeit der deutschen politischen Stiftungen. Sie leisten in Marokko einen wichtigen Beitrag zum Dialog über gute Regierungsführung und politische und wirtschaftliche Reformen.

Erneuerbare Energien können Marokkos Zukunft sichern

Marokko gilt als regionaler Vorreiter im Bereich der erneuerbaren Energien. Die Nutzung regenerativer Energieressourcen sowie die Verbesserung der Energieeffizienz gehören zu den Schwer­punkten der marokkanisch-deutschen Ent­wick­lungs­zu­sammen­arbeit. Gudrun Kopp wird sich vor Ort umfassend über das Thema informieren. Durch die geographische Lage des Landes zwischen Atlantik und Sahara ist vor allem das Potenzial der Wind­kraft und der Sonnen­energie enorm. Die Regierung hat sich bis 2020 ehr­geizige Ziele für die Nutzung dieser un­be­grenzt vor­handenen Energie­quellen gesetzt. Langfristig könnte Marokko – das bislang fast vollständig auf Importe von Energie­trägern wie Erdöl, Kohle und Gas angewiesen ist – dadurch nicht nur den eigenen Strom­bedarf decken, sondern sogar Elektrizität exportieren.

Gudrun Kopp begrüßt die ambitionierten Pläne der ma­rok­ka­nischen Regierung: "Erneuerbare Energien sind eine große Chance für Marokko, wirtschaftliche Ent­wick­lung, Unabhängigkeit von Energie­importen und Klima­schutz gleichzeitig zu erreichen. Mit meinem Besuch möchte ich ein Signal für die große ent­wick­lungs­politische Be­deutung erneuer­barer Energien setzen."

Während ihrer Reise werden die Parlamentarische Staats­sekretärin und ihre Delegation auch Projekte der marokkanisch-deutschen Ent­wick­lungs­ko­opera­tion im Energie­sektor besuchen. Auf dem Programm stehen die Besichtigung eines Windparks in Tanger, der mit deutscher Unterstützung gebaut worden ist und der Besuch eines Dorfes, das mit Photovoltaik-Anlagen aus­ge­stattet wurde. In der Marokkanischen Agentur für Solarenergie (MASEN) wird sich Gudrun Kopp außer­dem über den Solarplan der Regierung und den Bau eines Solarkraftwerks in Ouarzazate, einer Provinz­haupt­stadt im Süden Marokkos, informieren. Das Kraft­werk wird teilweise durch deutsche Mittel finanziert.

Hintergrund: Deutschlands Ent­wick­lungs­zu­sammen­arbeit mit Marokko

Marokko ist ein wichtiger Partner der Zusammenarbeit Deutsch­lands mit der Region Nahost/Nordafrika. Die marokkanisch-deutsche Ent­wick­lungs­zu­sammen­arbeit bettet sich in die Gesamt­strategie des BMZ für die Region ein und hat engen Bezug zu der Entwicklungs­strategie der EU für Marokko. Sie konzentriert sich vor allem auf die Bereiche Nutzung und Management von Wasser­ressourcen, Umwelt und Klima­wandel sowie nachhaltige Wirtschafts­entwicklung. Die Bundes­re­pu­blik hat Marokko dafür für die Jahre 2010 und 2011 insgesamt 131 Millionen Euro zugesagt.