Deutsche Wirtschaft wächst - trotz Unsicherheiten

12.02.15 AHK Marokko - News-Hauptkategorie, Global News

Fotos: DIH/KH

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) rechnet für 2015 mit einem Wachstum von 1,3 Prozent. Dazu tragen der niedrige Ölpreis, der schwache Euro und die niedrigen Zinsen bei.

Doch es gibt auch zunehmende Belastungen - die Arbeitskosten sind gestiegen, der Fachkräftemangel ist auf Rekordniveau und neue bürokratische Lasten bei der Rente, in der Steuerpolitik und auf dem Arbeitsmarkt sind eingeführt worden. Positiv: Laut DIHK-Umfrage wächst die Beschäftigung um rund 200.000 Stellen.

Die deutsche Wirtschaft schlägt sich wacker in einem unsicheren Umfeld", kommentierte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben die Ergebnisse der auf rund 27.000 Unternehmensantworten basierenden Untersuchung, die er am 11. Februar 2015 gemeinsam mit DIHK-Chefvolkswirt Alexander Schumann in Berlin vorstellte. Dies sei drei Sonderfaktoren zu verdanken, erklärte Wansleben: "Die niedrigen Ölpreise entlasten Verbraucher und Unternehmen. Der schwache Euro treibt den Export. Die niedrigen Zinsen befördern weiterhin die Bautätigkeit."Dieses "Doping" verschleiere auch die zunehmenden Belastungen im Inland: Aus Sicht der Unternehmen seien die Geschäftsrisiken, die aus den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen, den Arbeitskosten und dem Fachkräftemangel erwachsen, höher denn je.

"Der DIHK rechnet für 2015 mit einem Wachstum von 1,3 Prozent", berichtete der DIHK-Hauptgeschäftsführer. Damit liege die aktuelle Prognose wegen des niedrigen Ölpreises um 0,5 Prozentpunkte über der vom vergangenen Herbst. Allerdings: "Ohne diese Entlastung wäre sogar eine weitere Verschlechterung der Geschäftserwartungen zu befürchten gewesen.

"Höher als in der Umfrage vom Herbst veranschlagt der DIHK nun auch die Beschäftigung: Sie soll 2015 um rund 200.000 Stellen zulegen. In den Jahren zuvor sei der Personalaufbau größer gewesen, obwohl die Wirtschaft langsamer gewachsen sei, betonte Wansleben in diesem Zusammenhang. "Die Unternehmen fahren derzeit auf Sicht."

Dabei mache sich auch der Mindestlohn bemerkbar, vor allem im Osten. Insgesamt wird die Zahl der Arbeitslosen nach Einschätzung des DIHK um rund 50.000 auf durchschnittlich 2,85 Millionen sinken.Das komplette Statement von Martin Wansleben mit mehr Details, die DIHK-Konjunkturumfrage Jahresbeginn 2015 und viele weitere Informationen zur neuen Erhebung finden Sie hier zum Download. Eine Zusammenfassung der wesentlichen Ergebnisse gibt es in der Rubrik "Konjunktur und Wachstum".

Quelle: DIHK