Deutsche Solarbranche setzt auf das Ausland—Andrang zum 20. Jubiläum der Messe „Intersolar“

09.06.11 Global AHK News, Global DEint News

Deutschlands Solarunternehmen haben zu Beginn der Branchenmesse „Intersolar“ einen beschleunigten Ausbau der Erneuerbaren verlangt. "Wenn man A wie Atomausstieg sagt, muss man auch B wie Beschleunigung zum Ausbau sagen", erklärte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW), Carsten Körnig, mit Blick auf die jüngsten Entscheidungen der Bundesregierung. Die Windenergie-Fokussierung Berlins auf dem Weg zur atomfreien Energieversorgung beunruhigt die Solarbranche ziemlich. Für den Sommer erwartet der BSW eine weitere Förderkürzung für Photovoltaikanlagen von sechs Prozent.

In diesem Jahr werde Sonnenenergie drei Prozent zum Energiemix in Deutschland beitragen, sagte Körnig. Bis 2020 sei das Ziel zehn Prozent. Dazu wollten die Unternehmen aber insbesondere Impulse für neue Techniken zur Speicherung der Solarenergie sehen sowie eine effiziente Form der Förderung. Dazu gehörten auch Freiflächen, die aber mit Ausnahme von genehmigten ehemaligen Agrarflächen nicht mehr gefördert würden. Dass den Bürgern vermittelt worden sei, ihre Stromkosten seien aufgrund der Förderung für die Solarenergie teurer, habe der Branche schwer geschadet, klagte Norbert Apfel, Geschäftsführer des deutschen Solarunternehmens Conergy.
Gemessen an dem Interesse an der Intersolar in München gehört der Solarenergie ein großes Stück der Zukunft. Mit knapp 2.300 Ausstellern und einer erwarteten Besucherzahl von 75.000 wird der Andrang zum 20. Jubiläum der Messe so groß sein wie nie zuvor.

57 Prozent Auslandsanteil bei den Ausstellern und allein 524 chinesische Stände sind aber auch eine deutliche Warnung an die deutschen Unternehmer, dass sie sich nicht auf ihrer bisherigen Vormachtstellung ausruhen dürfen. Überkapazitäten auf dem deutschen Markt und Schwierigkeiten zahlreicher Unternehmen sich zu halten, sind insbesondere der an Übernahmen interessierten chinesischen Konkurrenz nicht entgangen. Dass 20 Mrd. Euro Umsatz der deutschen Photovoltaik-Unternehmen im vergangenen Jahr eine Ausnahme waren, ist dabei allen Beteiligten klar. Zweistellige Umsatzgrößen seien mittelfristig erneut möglich, sagte BSW-Hauptgeschäftsführer Körnig. Solche Zuwachsraten kämen dann aber vor allem aus dem Export.    

Quelle: Welt.de