Bilaterale Beziehungen "auf gutem Fundament" - Außenminister Frank-Walter Steinmeier trifft Salaheddine Mezouar in Berlin

16.06.14 AHK Marokko - News-Hauptkategorie, Global News, Global AHK News, Global DEint News

Außenminister Frank-Walter Steinmeier hat seinen marokkanischen Amtskollegen, Salaheddine Mezouar, in Berlin getroffen. Im Fokus des Treffens stand die weitere Stärkung der bilateralen Zusammenarbeit. Auf Grund der dramatischen Lageentwicklung in Irak rückten zudem regionale Themen wie der Krieg in Syrien und die terroristische Bedrohung in Irak in den Vordergrund.

Außenminister Steinmeier hieß seinen marokkanischen Amtskollegen Mezouar herzlich im Auswärtigen Amt willkommen: Man habe sich beim ersten Gespräch am Freitag (13.06.) in Berlin gegenseitig versichert, dass man etwas für die deutsch-marokkanischen Beziehungen tun wolle, "die auf gutem Fundament ruhen", so Steinmeier. Außenminister Steinmeier lobte die Entwicklungen Marokkos angesichts der Umbrüche in der arabischen Welt, denn das Land habe sich "in sehr kluger Weise" um Stabilität bemüht.

Deutsch-marokkanische Wirtschaftskommission in Vorbereitung

Marokkos Außenminister Mezouar ging ebenfalls auf den gemeinsamen Wunsch ein, die gegenseitigen Beziehungen auszubauen. Das Gespräch in Berlin habe daher auch der Vorbereitung der ersten bilateralen Wirtschaftskommission im Oktober dieses Jahres in Marokko gedient. Die Wirtschafts­kommission werde eine gute Gelegenheit bieten, weitere Sektoren der Zusammenarbeit zu identifizieren. Sein Ziel sei es, dass Deutschland perspektivisch einer der ersten drei Wirtschaftspartner Marokkos werde.

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Sorge um "unregierbaren Raum" im Irak

Auf Grund der "alarmierenden Situation" in Irak und der weiter besorgniserregenden Lage in Syrien gingen beide Gesprächspartner auch auf die regionale Bedeutung der Entwicklungen ein. Die Gewalt im Land eskaliert, seit islamistische Kämpfer der ISIS (in etwa: Islamischer Staat von Irak und Syrien) mehrere irakische Städte - unter anderem Mossul, die zweitgrößte Stadt des Iraks - eingenommen. Sie haben zudem einige Dutzend Geiseln genommen, unter ihnen den türkischen Generalkonsul und mehrere Kinder.

Außenminister Steinmeier zeigte sich besorgt, dass in Irak ein "unregierbarer Raum" entstehen könne. Das Voranschreiten der ISIS müsse gestoppt werden, so Steinmeier. Der Außenminister erklärte, dass am Anfang eines Prozesses politischer Konsolidierung daher die Bildung einer Regierung stehen müsse. Steinmeier weiter:

Außenminister Steinmeier gab zu bedenken, dass die terroristischen Kräfte zu einem "Machtfaktor" in der ganzen Region geworden seien. Steinmeier hatte zuvor in einer großen deutschen Tageszeitung (erschienen am 13.06.) gewarnt: Die Kämpfe drohten nicht nur den Irak, "sondern auch die durch den Syrienkrieg aus der Balance geratene Region noch weiter in Gewalt und Chaos zu stürzen". Damit vermischten sich, so Steinmeier, die Auswirkungen des Syrienkriegs "auf gefährliche Weise" mit den inner-irakischen Problemen.

Quelle: Deutsche Botschaft Rabat, AA