Am größten sei das Interesse in Marokko, sagte Rauch. Wenn alles nach Plan laufe, könne 2013 der erste Spatenstich für das erste Solarkraftwerk erfolgen. Der erste Strom könnte dann bereits Ende 2015 fließen.
Um den in der Wüste produzierten Strom auch lohnend in Deutschland verkaufen zu können, forderte Rauch die Bundesregierung zu Gesetzesänderungen auf. "Wir können Strom zwar technisch aus Afrika importieren. Aber es ist noch immer nahezu unmöglich, ihn in Ländern wie Deutschland auch zu verkaufen", sagte er der "SZ". Dort werde per Gesetz nur national produzierter Ökostrom gefördert. "Das muss sich ändern. Die EU schreibt vor, ab 2012 die Grenzen für Ökostrom aus dem Ausland fallen zu lassen."
Desertec war vor einem Jahr an den Start gegangen. Die Projektgesellschaft DII soll bis 2012 die Grundlagen für das derzeit wohl ambitionierteste Infrastrukturprojekt der Welt legen. Bis 2050 sollen in Nordafrika und dem Nahen Osten große Solarkraftwerke und Windparks entstehen, um einen großen Teil des lokalen und 15 Prozent des europäischen Stromverbrauchs zu decken. Die Initiative wird derzeit von 17 Gesellschaftern getragen - unter anderem von Munich Re, Eon und RWE. Bis 2050 sollen insgesamt 400 Milliarden Euro in das Projekt fließen.
|