| Casablanca
 
 

Wirtschaftseckdaten für Marokko

 Das Königreich Marokko hat etwas über 30 Mio. Einwohner. Die Wirtschaftszentren sind Casablanca, Tanger und Rabat.

 

Wirtschaftsstruktur

 

Marokkos Wirtschaftsstruktur hat sich in den letzten 20 Jahren nur wenig geändert, die industrielle Basis ist bislang eher schwach entwickelt. Den größten Anteil am Bruttoinlandsprodukt verzeichnet der Dienstleistungssektor mit ca. 53 %, gefolgt vom industriellen Sektor (knapp 30 %). Von der Landwirtschaft (17 %) hängen 44 % aller Beschäftigten ab.

Wichtigster Industriesektor ist die Lebensmittelverarbeitung mit einem BIP-Anteil von 13,5 %. Die Textilindustrie ist bezogen auf den Umsatz nur der zweitwichtigste Industriesektor, stellt allerdings die meisten Arbeitsplätze. Außerdem von Bedeutung ist die chemische Industrie, im Besonderen der Phosphatabbau zur Produktion von Düngemitteln.

 

Bruttoinlandsprodukt

 

Das nominale BIP in Marokko belief sich 2006 auf ca. 57 Milliarden US$ (zum Vergleich: ca. 2,3 Billionen EUR in der BRD). Das BIP pro Kopf in Marokko erreichte ca. 1900 US$ (in der BRD ca. 28000 EUR). Damit wuchs die marokkanische Wirtschaft um über 7 % im Vergleich zum Vorjahr.

Die nationale Wertschöpfung in Marokko wird stark von den klimatischen Bedingungen und starken Schwankungen des Agrarsektors beeinflusst. So hatte 2005 die Wertschöpfung im Agrarsektor einen Rückgang von 18 % verzeichnet, während sie 2006 um rund 30 % wuchs. Betrachtet man die BIP-Entwicklung unter Ausschluss des Agrarsektors, so gab es in beiden Jahren ein stetiges Wachstum von ca. 5 %.

 

Haushaltsdefizit

 

Das Haushaltsdefizit fiel 2006 mit weniger als 3 % des BIP relativ gering aus. Diese positive Entwicklung ist zu einem guten Teil der konstant hohen Konsumquote zu verdanken, die sich wiederum auf eine positive Lohnsituation in der Landwirtschaft zurückführen lässt.

 

Inflationsrate

 

Zum ersten Mal seit 10 Jahren stieg die Inflationsrate 2006 auf 3,3 % an, nachdem sie die 3 Jahre zuvor unter 1,5 % gelegen hatte. Frischprodukte waren mit 3,9 % am stärksten vom Preisanstieg betroffen. Ansonsten lag die Inflationsrate bei 2,9 %. Trotz einem leichten Rückgang der Inflationsrat im Januar 2007 (0,3% im Vergleich zum Vormonat), ist sie aber mit 2,7 % im Vergleich zum Januar 2006 noch immer recht hoch. Die hohe Preissteigerung von Frischprodukte betrifft sowohl Konsumenten, als auch viele Arbeitnehmer. Da die Regierung auch die Subventionen auf manche Lebensmittel streichen will, ist zu erwarten, dass die zuletzt sehr hohe Konsumquote sinken wird.

 

Arbeitslosigkeit

 

Im Jahr 2006 sank die Arbeitslosigkeit auf 10 %, wobei die Arbeitslosigkeit unter Akademikern mit 19,4 % auffallend hoch ist. Die Zahlen sind allerdings stark verfälscht, da die Erhebung durch Befragung erfolgt – somit wird nur erfasst, wer sich selbst als arbeitslos deklariert.

 

Außenhandel

 

Marokkos Außenhandelsbilanz ist traditionell negativ, die Importe übersteigen die Exporte des Landes bei weitem. 2006 erreichten Importe nach Marokko den Wert von 185,70 Mrd. Dirham (ca. 16,88 Mrd. EUR), eine Steigerung von 10,1 % gegenüber 2005. Marokkanische Exporte stiegen 2006 sogar um 13,1 % an und erreichten einen Wert von 99,98 Mrd. Dirham (ca. 9,1 Mrd. EUR). Dies ist vor allem dem Aufschwung der exportierenden Textil-, Phosphat- und Derivatindustrie zu verdanken.

 

Außenhandelspartner

Die EU ist insgesamt der wichtigste Außenhandelspartner Marokkos. Sie ist für 49 % der Importe und 70 % der Exporte verantwortlich. Allerdings liegen Frankreich (17,6%), Spanien (10,7 %) und Italien (6,2%) noch vor Deutschland, das im Jahr 2005 mit 4,8 % der Importe Rang 7 belegte. Unter den Abnehmerländern marokkanischer Exportprodukte belegte Deutschland 2005 mit 3 % den 6. Platz.

Umgekehrt lag Marokko 2005 unter den Abnehmern deutscher Exportprodukte nur auf Rang 60, ein Rückgang im Vergleich zum Vorjahr. Nach wie vor besteht auf dem marokkanischen Markt ein beträchtliches Potenzial für deutsche Exporte. Wachstumsbranchen und Märkte in Marokko sind Tourismus, Bausektor, Strom- und Energieerzeugung, Wasserwirtschaft, Elektro- und Elektronikprodukte. Wichtigste deutsche Ausfuhrgüter nach Marokko waren im Jahr 2005 Kfz- und Kfz-Teile, Maschinen und elektrotechnische Erzeugnisse. Marokko exportierte im selben Zeitraum vor allem Kleidung, Lebensmittel, chemische Halbwaren und Schuhe.

Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes (DESTATIS) wurden im Jahr 2006 Waren im Wert von ca. 508 Mio. Euro aus Marokko nach Deutschland exportiert, während deutsche Importe in Marokko einen Wert von ca. 1,1 Milliarden Euro erreichten.

 

Ausländische Direktinvestitionen (FDI)

Im Jahr 2005 erreichten ausländische Direktinvestitionen in Marokko einen Wert von 22,8 Milliarden US$. Deutsche Direktinvestitionen beliefen sich im selben Zeitraum auf ca. 30 Mio. €, damit lag Deutschland unter den Investoren auf Rang 3 hinter Frankreich und Spanien.

 

Quellen

Bundesagentur für Außenwirtschaft (BFAI)

Deutsche Botschaft in Rabat

Marokkansiches Finanzministerium – Direktion für Finanzstudien und -prognosen

Statistisches Bundesamt (DESTATIS)

 

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