Deutsch Marokkanische Handelsbeziehungen Teil 1 Lange Tradition aber ausbaufähig Von Frank Tetzel Messeplätze und Handelswege U n d a u c h i n M a r o k k o w i e i n d e r g e s a m t e n nordafrikanischen Region war eine rege Messetätigkeit vorhanden Unter dem Schutz von Lokalhei l igen wurden zahlreiche Messen abgehalten wovon eine der bedeutendsten im Süden des Anti Atlas stattfand Der Geograph und Gelehrte Leo Africanus pries sie als eine der wichtigsten Umschlag und Handelsplätze unter anderem für das Gold aus der Sahara In der Tat führten wichtige Handelswege aus den Gebieten der Subsahara über die Gebirgskette des Antiatlas aus denen das Gold aus Bambuk und Bouré nach Norden transportiert wurde Portugiesen Zu Beginn der Neuzeit lagen die Handelsrouten in erster Linie in den Händen der Portugiesen und Spanier Die Portugiesen richteten an der marokkanischen Westküste befestigte Handelsstationen ein Grund dafür war die Absicherung der Handelswege rund um Afrika denn vor allem die Piraterie die an den Küsten herrschte war ein schlimmes Übel Dessen konnte man sich entweder mit bewaffneten Eskorten oder aber geschickt mit Verträgen erwehren wie es die italienischen Städte machten deren bewaffnete Streitmacht nicht ausreichte alle ihre Schiffe zu begleiten Piraterie und Verträge Ähnliche Gedankengänge mussten bei den seefahrenden Städten Bremen und Hamburg vorgeherrscht haben die erste Verträge mit Marokko abschlossen Die Stadt an der Weser hatte 1781 Verhandlungen aufgenommen 1802 unterschrieb Hamburg einen Vereinbarung mit dem Sultan Alouite Moulay Soulaiman der die Schifffahrt vor der marokkanischen Küste regelte ein paar Jahre später trat auch Lübeck diesem Vertrag bei Die Hamburger Kaufleute waren dabei vor allem an Antipirateriemaßnahmen interessiert wie es in einer Denkschrift heißt Die Schifffahrt der Deutschen weil sie wehrlos ist leidet durch dieses Unwesen mehr als diejenige irgend einer andern Nation da auf den bedrohten Meeren ihre Flagge wenn solche nicht zugleich diejenige einer fremden Krone ist welche mit den Barbaresken Traktate abgeschlossen gar nicht erscheinen darf Ob die Beziehungen zwischen den Hansestädten und dem Kaiser von Marokko wie er in alten Senatsakten bezeichnet wird übermäßig gut waren soll an dieser Stelle bezweifelt werden Zumindest forderte die marokkanische Seite Tributzahlungen von den vertragsschließenden Hansestädten doch die Verträge waren durch die napoleonischen Kriege nie zum Leben erweckt worden Im Mai 1824 so berichtet eine historische Darstellung von Anfang des 20 Jahrhunderts hätte der Generalkonsul zu Lissabon nach Bremen berichtet dass zwischen Hamburg und Marokko unter der obgedachten Bedingung ein Friede geschlossen sei und dass der Kaiser von Marokko gemeint ist der Sultan die Städte Bremen und Lübeck auffordere sich diesem Vertrage durch Zusicherung eines gleichen Tributs anzuschließen Wie man damals mit den Forderungen der marokkanischen Seite umging weiß der Chronist ebenfalls zu berichten Hamburg habe sich keineswegs wie der Kaiser Sultan von Marokko behaupte ohne weiteres zu den geforderten Zahlungen bequemt Vielmehr sei man damals in Hamburg ebenso wie in Bremen und Lübeck der Meinung gewesen sich in keine Verträge mit den Barbaresken einzulassen und hielte es für das Geratenste jene Schreiben vollständig mit Stillschweigen zu übergehen Wenn man den Blick auf die geschichtlichen Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und Marokko wirft dann setzen die meisten Betrachtungen im Jahre 1506 ein als die Fugger und Welser in Safi der marokkanischen Hafenstadt auf halbem Weg zwischen Casablanca und Agadir eine Handelsstation einrichteten Doch diese Betrachtung greift zu kurz und vergisst dass die Straße von Gibraltar die heute zwei Kontinente trennt und eine schwer bewachte EU Außengrenze darstellt über Jahrhunderte hinweg eine Brücke gewesen ist über die nicht nur die Religion des Islam sondern auch Technik und Handwerk Philosophie und Medizin nach Europa kamen Schon zu Zeiten der Hanse wurden aus dem Süden von Al Andalus Salz Kork Südfrüchte und feine Weine in die Handelsstädte importiert IM FOKUS au Centre Katharina Wieland Müller pixelio de Bilatéral 14 janvier 2015

Vorschau Bilatéral N° 56, Mai 2015 Seite 14
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